Auszelt

 

Auszelt - Auszeit

Tacker, Galerie der Künstler*innen

München, 2019

Diese Arbeit umkreist die Transformation von Lebens-und Arbeitsräumen, hier am aktuellen Beispiel des Frauenklosters Schlehdorfs. Welche Räume tun sich auf, wenn sich andere schließen?

Transformation- von was zu was? Geht es um die rasche Veränderung vom Ausgangspunkt hin zum Ziel oder viel mehr um den Prozess des Voranschreitens an sich?

Der Werkzyklus dokumentiert zudem autobiographisch die Abwanderung einer Künstlerin aufs Land, nachdem ihr Atelier in München abgerissen wurde.

Ein fotografisches Relikt des Ateliers 2 Tage vor dem Abriss ist auf dem Zeltobjekt „Auszelt“ zu sehen, welches wie eine viel zu klein geratene nomadische Raum-Alternative wirkt. Aber der Ausblick scheint gut:

zeitgleich entsteht auf dem Land ein neuer Nährboden für zeitgenössische Kunst: Von ihrem neuen Atelier im Kloster Schlehdorf aus kann Anna Schölß die historische „Säkularisation 2.0“ des Klosters von einem Nonnenorden hin zu einem innovativen Projekt für Wohn- und Atelierräume der WOGENO München beobachten, künstlerisch dokumentieren und mit beeinflussen.

Anna Schölß läßt Originalrelikte aus dem Kloster Schlehdorf auf neue Denkansätze stoßen:

Durch die grauen schweren Vorhänge, die einem der Klosterräume entnommen sind, scheint visionär ein greller malerischer Raum hindurch, obwohl der Vorhang im Rundbogen vor einem zugemauerten Fenster der Galerie platziert ist. Die Fotografien zeigen dokumentarisch den Prozess der Kreuzabhängung im sogenannten Raum Kochelsee und den übrig bleibenden Wandabdruck des jahrzehntelang bzw. jahrhundertelang hängenden Kreuzes an dieser Stelle, samtig-düster bleibt die Markierung zurück. Das historische Samt-Steckboard wird zum minimal painting und das klösterliche Kerzenlicht brennt in neongelber Tubenfarbe- es geht weiter, nur wie?