Die DNA des Prismas
Die DNA des Prismas
FUJUR II, Aschepigment und Acryl auf Papier, 90 x 70 cm, 2025
EULE, Aschepigment und Acryl auf Papier, 90 x 70 cm, 2025
NACHBARIN, Aschepigment und Acryl auf Papier, 90 x 70 cm, 2025
Ausstellungsansichten Raum ohne Wände, Gabi Blum, Kunsthaus Kaufbeuren, 2025 Fotos: Florian a. Betz
Ausstellungsansichten Antworten Auf Alois, Kulturpfarrhof Gempfing e.V., 2025
Fotos: Eva Jünger
Farbgedächtnis. Anna Schölß im Dialog mit Alois Schölß
Von Jessica Keilholz-Busch, Direktorin Franz Marc Museum, Kochel am See
Die künstlerische Serie Die DNA des Prismas von Anna Schölß (*1983) bewegt sich im Spannungsfeld zwischen formaler Auseinandersetzung und persönlicher Spurensuche. Ausgangspunkt ist eine doppelte Prägung: Zum einen die intensive visuelle Präsenz des Werks ihres Großvaters Alois Schölß (1905–1986) während ihrer Kindheit, zum anderen die fortgesetzte künstlerische Tätigkeit beider Eltern, die das Atelier bis heute prägen. Was sich über Jahre diffus als Faszination für kristalline Ordnungen, regelmäßige Strukturen und systemische Farbverläufe manifestierte, erfährt in Anna Schölß’ aktueller Werkserie eine bewusste Reflexion: ein intergenerationelles Farb- und Formempfinden, das in neue, künstlerische Ausdrucksweisen überführt wird. Zentral für diesen Prozess ist der Begriff der Transformation. In der Serie Die DNA des Prismas greift Anna Schölß unter anderem die farbgeometrischen Muster aus verschiedenen Schaffensphasen ihres Großvaters auf, um sie bildnerisch zu überlagern und nur in Teilen sichtbar zu machen. Die Resultate kombinieren gestische Übermalung mit präzise gesetzten Cutouts zu einer künstlerischen Sprache zwi- schen Kontrolle und Intuition. Anders als in ihrer sonst oft farbintensiven Praxis arbeitet sie hier mit Aschepigmenten und dunklen Acrylfarben. Die gedämpfte Materialität dieser Serie steht im Kontrast zur Leuchtkraft früherer Arbeiten und verweist zugleich auf einen Akt der Verlangsamung, der bewussten Rücknahme. Diese ästhetische Zurückhaltung geht einher mit einer strukturellen Reflexion über künstlerisches Arbeiten im historischen Wandel.(...)







