
Widmungen. Für Marie
WIDMUNGEN. Für Marie
Dimension variabel
Wäscheständer, Geschirrtuch-Objekte (Öl auf Acrylglas, ca. 70 x 50 cm), Papier, Leinwand, verschiedene Rotstifte, 2026
Sinn und Gesellschaft. Das Museum als Atelier, Museum Starnberger See
Die partizipative Rauminstallation WIDMUNGEN ist aus meiner Recherche zur Sichtbarkeit vonCare-Arbeit und den Zusammenhängen und Ambivalenzen zwischen Fürsorge und Aggression entstanden.Der Raum nimmt die kollektive Präsenz der vielen Menschen, überwiegend Frauen, die meist ungesehen und unbezahlt seit jeher Fürsorgearbeit leisten, in den Blick. Die Wäscheständer-Konstruktion und das Standard-Motiv des rotkarierten Küchentuchs dienen dafür als visuelle undmaterielle Ausgangspunkte und werden zum ästhetischen aber auch politischen Material.
Die Vereinbarkeit von künstlerischer Praxis und der gesellschaftlich festgeschriebenen Rolle derHausfrau und Mutter war für viele Künstlerinnen in der Vergangenheit kaum realisierbar. Auch heute noch stehen Künstlerinnen mit Care-Aufgaben unter enormen Herausforderungen.
Beispielhaft dafür steht die Künstlerin Marie Seitz (*1881 München -✝ 1933 Starnberg). Trotz ihres immensen Schaffens beschränkte sie sich nach der Heirat mit dem berühmten Ingenieur und Begründer des Deutschen Museums Oscar von Miller auf Darstellungen von Landschaft, Kindernund Albumblättern. Der Raum ist deshalb Marie Seitz gewidmet.
Mit freundlicher Untersütztung ihrer Enkelin Maria von Miller-Moll konnte ich das Gemälde von Marie Seitz/von Miller "Buchengruppe am Pöckinger Prinzenweg", um 1925 in die Installation integrieren.
Partizipation
Die Imitation der Geschirrtücher und deren Weitergestaltung durch die Besucher:innen bilden eine neue Realitätsebene des Care-Alltags und werden durch die Mitwirkung zur Bühne für die Sorgearbeiter:innen.
Die Namen der Widmungen verändern und stören das regelmäßige Standard Geschirrtuch-Muster.Es enstehen neue Linienführungen und Muster, die sich im Raum zu einer neuen kollektiven Skulptur verbinden.
Die Installation ist der Künstlerin Marie Seitz (1861-1933) gewidmet, der Malerin und Frau von Oskar von Miller.
Fotos: Peter Zahel







